18. März 2020 - 1. Mai 2020 | 00:00 Uhr - 23:45 Uhr

AUS AKTUELLEM ANLASS

Liebe Kränholmer,
liebe Familien, Mitarbeiter und Freunde

Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der letzten Tage haben auch uns hartgetroffen. In der Gastronomie werden ab Mittwoch nur noch Restaurants für die Einnahme von Speisen geöffnet haben, keine Kneipen, Bars, Clubs oder Diskotheken. Allerdings gelten auch für die Gaststätten und Restaurants strikte Regeln. So müssen Abstandsregelungen für Tische, maximale Besucherzahl und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Hinzu kommt: Es ist vorgesehen, dass Restaurants und Speisegaststätten frühestens morgens um 6 Uhr öffnen dürfen und spätestens um 18 Uhr zu schließen haben. Die Coronavirus-Epidemie lähmt die Wirtschaft. Die Folgen sind überall spürbar. Tourismusbezogene Dienstleistungen, insbesondere Hotels und Catering, sind bereits massiv betroffen. Restaurants verzeichnen deutliche Umsatzrückgänge.

Bei allen wirtschaftlichen Erwägungen mit dem Ziel, liquide zu bleiben und Zeit zu gewinnen, gibt es jedoch auch eine menschliche und soziale Komponente.
In der Gastronomie und in der Hotellerie gibt es keine Nachholeffekte. Ein Essen, das wir heute nicht verkaufen, wird in zwei Monaten auch nicht verkauft. Wenn unsere Räumlichkeiten heute leer stehen, können in zwei Monaten nicht doppelt so viele Menschen kommen. Die Kosten aber türmen sich auf. Diese Rechnung geht nicht auf!

Wir wissen, dass die Bundesregierung Ihr bestes Bestes tut und unter großem Druck steht.
Es gibt bereits einige Maßnahmen zur Unterstützung, trotzdem müssen wir mitteilen: Diese Maßnahmen helfen, sie werden die Gastronomie aber nicht retten. Alle bisher getätigten Beschlüsse, wie beispielsweise die Bereitstellung von Überbrückungskrediten, sorgen für Aufschub der Probleme – nicht für Lösungen! Wir brauchen einen Dialog mit dem Senat; diesen streben wir an! Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen!
Wir fordern rechtliche Klarheit und die komplette Schließung aller gastronomischen und Hotel-Betriebe an!
was wir dann brauchen ist:

- Sofortige und 100 prozentige Kostenübernahme aller Bruttogehälter (Vollzeit und Teilzeit) 
- Fortzahlungen für ausgefallene Arbeitsstunden für unsere Minijobber*innen und studentischen Aushilfen
- Steuernachlässe, anstelle von Stundungen und Aufschiebungen
- Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 01.03.2021
- Rechtlicher Schutz vor Vollstreckungsmaßnahmen aufgrund von Dauerschuldverhältnissen (Miet-, Leasing- und Kreditverträge)

Auch wir können systemrelevant für die Stadt Bremen sein!  Sollen wir Betriebe aufrechterhalten, 
um Grundversorgungen sicherzustellen? Dann fordern wir Aufträge und Mandate für:

  • Organisation von Lieferdiensten für Risikogruppen
  • Bereitstellung einfacher To-Go-Mahlzeiten für die Menschen aus unseren Vierteln



Wir beobachten bei Zulieferern die Abberufung von Außendienstmitarbeitern, die Veranlassung von Homeofficelösungen und verminderter Dienstleistungen. Kundenkontakte werden in der Industrie teilweise nur in Notfällen gestattet. Unsere Kinder sind zuhause und sollen geschützt werden und im privaten Bereich tragen wir Sorge, die pandemische Ausbreitung zu verlangsamen. 

Unsere Verantwortung in letzter Konsequenz:
Für einen hoffentlich kurzen Zeitpunkt  schließen wir daher unseren Betriebe ab sofort und bis auf Weiteres. Auch wir wollen unsere Mitarbeiter schützen.
Wir gehen alle zusammen in einen „frühlingshaften Winterschlaf“ und melden uns tagesaktuell zurück und informieren euch liebe Gäste, wann wieder geöffnet wird. 

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre zahlreichen Besuche.
Bleiben Sie gesund!

Bis ganz Bald, Ihr Kränholm Team