Vom Eigensinn der Bilder

Vom Eigensinn der Bilder

MALEREI VON HANS-REINHARD LEHMPHUL
Die Werke von Hans-Reinhard Lehmphul sind nur einem überschaubaren Kreis von Kennern und Liebhabern bekannt. Charakteristisch für seine Malerei sind abstrakte, meist flächige Farbkompositionen, die unmittelbar auf den Betrachter wirken. Seine Ölmalerei bietet trotz Einfachheit der Gestaltungsmittel eine komplexe Vielfalt, die stets aufs Neue überrascht.
Die Werke von Hans-Reinhard Lehmphul sind nur einem überschaubaren Kreis von Kennern und Liebhabern bekannt. Charakteristisch für seine Malerei sind abstrakte, meist flächige Farbkompositionen, die unmittelbar auf den Betrachter wirken. Seine Ölmalerei bietet trotz Einfachheit der Gestaltungsmittel eine komplexe Vielfalt, die stets aufs Neue überrascht.

Inspiriert vom Informell der 1950ziger Jahre fand Lehmphul zu einer ungegenständlichen, impulsiv-gestischen Malweise, die von der Wirkung ihrer Farben lebt. Sie prägte sein gesamtes künstlerisches Schaffen. Sein Werk lässt sich jedoch nur schwer in die Markierungen der Kunstgeschichte einordnen. In seiner Kunst wird jedes Anklingen an Gegenständlichem vermieden um sich dem sinnsuchenden Blick zu verweigern. Sie fordert auf, sich auf die reine, inhaltlich unbelastete Malerei einzulassen. Gesehenes und Erlebtes, Empfindungen, Begegnungen – kurz „Wahrgenommenes“ fließt in den Gestaltungsvorgang ein, wird im Malprozess innerhalb der rhythmischen Anordnungen von Linien, Flächen und Farben verdichtet. Zarte, lichte Farbtöne kontrastieren mit schweren, kräftigen Akkorden. Dabei verliert Lehmphul nie den Blick für das Ganze und unterliegt niemals der Macht der Farbe an sich.

Kurzbiographie

Hans-Reinhard Lehmphul wurde 1938 im westfälischen Minden geboren. In Münster und München erhielt er seine künstlerische Ausbildung, studierte Kunstgeschichte und Germanistik. Zu Beginn der 60ziger Jahre trat er mit seinen Werken erstmals an die Öffentlichkeit. In Syke zuerst, anschließend in Bremen, bei der Galerie OHSE, fanden erste Einzelausstellungen statt, die Lehmphul im norddeutschen Raum bekannt machten und seine Werke verbreiteten. Weitere Ausstellungen folgten: in München, dann in Stuttgart, und wiederum in Bremen. 1985/86 war Lehmphul auf der Art Cologne vertreten. 1990 widmete ihm das Kunstmuseum Heidenheim eine umfassende Retrospektive. Seit Ende der 60er Jahre verbrachte das Ehepaar Lehmphul einen Teil des Jahres im Languedoc in Südfrankreich, dessen mediterranes Licht Eingang in seiner Malerei fand. 2009 starb Hans-Reinhard Lehmphul in Béziers-Languedoc. Seit 2011 arbeitet die Galerie Ohse am Werkverzeichnis der Ölgemälde, das voraussichtlich im Sommer 2013 erscheinen wird.

Inga Harenborg
Kuratorin · Stiftung Haus Kränholm

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