Kandinsky Streichtrio

Kandinsky Streichtrio

Das Kandinsky Streichtrio vereint drei international anerkannte, mit einem ECHO-Klassikpreis ausgezeichnete Solisten, die zu den herausragenden Vertretern ihrer Instrumente gehören.
Die Geigerin Kathrin Rabus (Erste Konzertmeisterin der NDR Radiophilharmonie), der Bratschist Volker Jacobsen und der Cellist Wen-Sinn Yang (beide Professoren an den Musikhochschulen Hannover und München) haben sich aus der Faszination am gleichberechtigten dreistimmigen musikalischen Gespräch heraus zusammengefunden, um der Gattung des Streichtrios ein Podium zu geben und neben dem gängigen Repertoire auch außergewöhnliche Raritäten zu Gehör zu bringen.
Bald nach der Gründung führten Konzerte das Kandinsky Streichtrio ins europäische Ausland und in die USA, wo es 2000 erfolgreich in New York, Washington und Chicago debütierte. Es ist Gast vieler Festivals (u. a. Rheingau, Heidelberger Frühling, Schleswig-Holstein) und namhafter Kammermusikreihen.
Regelmäßig lädt das Kandinsky Streichtrio Gäste ein, um das Repertoire durch selten im Konzertsaal zu hörende Werke zu ergänzen. So arbeitete das Ensemble mit Solobläsern der Wiener Philharmoniker, um die Flöten- und Oboenquartette von Mozart aufzuführen. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet das Kandinsky Streichtrio außerdem mit Bruno Canino, David Geringas , Matan Porat und Klaus Thunemann.
Ein besonderer Impuls für die stilistische Entwicklung des Ensembles war die Zusammenarbeit mit Reinhard Goebel. Über die Verwendung unterschiedlicher und der jeweiligen musikalischen Stilepoche entsprechender Bögen gelang es, eine weitaus differenziertere Spielweise zu erreichen, die den sprachlich-rhetorischen Duktus der Werke unmittelbarer zum Ausdruck bringt. Aufnahmen mit den Kandinsky Streichtrio liegen bei Arte Nova und Sony vor, wobei die Streichtrios op. 9 von Beethoven bei Sony als Teil der Serie "Complete Masterpieces" herausgegeben wurden.
Viele Rundfunkaufnahmen für fast alle großen Sendeanstalten zeugen vom vielseitigen Repertoire und dem besonderem Stellenwert des Ensembles.

Kathrin Rabus

Kathrin Rabus studierte in Basel bei Sandor Zöldy, in Tel Aviv bei Pjotr Bondarenko und in New York bei der berühmten Geigenpädagogin Dorothy DeLay. Meisterkurse bei Nathan Milstein, Henryk Szeryng und Gidon Kremer rundeten ihre künstlerische Ausbildung ab. Ein entscheidender Meilenstein ihrer internationalen Karriere war der 1. Preis der Bundesauswahl Podium junger Solisten im Jahre 1979, gefolgt vom Internationalen Violinwettbewerb Tibor Varga im Jahre 1987.

Kathrin Rabus ist seit 1988 erste Konzertmeisterin der NDR Radiophilharmonie, wobei sie sich als erste Frau in einem deutschen Rundfunksymphonieorchester diese Position erspielte. Sie ist gern gesehener Gast bei internationalen Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival und dem Rheingau Musik Festival, in Lockenhaus (Österreich), in Kuhmo (Finnland), in Kurashiki (Japan) und beim Jerusalem Chamber Music Festival. Sie hat eine Reihe von CDs eingespielt, u. a. als Kammermusikpartnerin von Gidon Kremer (bei Philips: Haydn, „Die sieben letzten Worte“ und Schnittke, Klavierquintett) und wurde 1999 mit dem renommierten ECHO-Klassik-Preis in der Kategorie Kammermusik geehrt. Im gleichen Jahr wurde sie außerdem Geigerin des Kandinsky Streichtrios.
Besondere Anregungen erhielt sie durch Andras Schiff, in dessen Ensemble „Capella Andrea Barca “ sie regelmäßig musiziert.
Als Solistin trat sie u.a. mit Bartok 2.Violinkonzert unter Michael Gielen, Schumann Violinkonzert unter Berhard Klee sowie Schumann Fantasie unter Heinz Holliger auf.
Ein starkes Interesse gilt auch der zeitgenössischen Musik: so spielte sie z.B. die Uraufführung von „Silenzio“ von Sofia Gubaidulina (ebenfalls auf CD bei Naxos) sowie die Ersteinspielung des Violinkonzerts von Daniel Schnyder unter dem Dirigat von Kristjan Järvi (Enja Records).
Kathrin Rabus ist künstlerische Leiterin des Arte Ensembles , einer Kammermusikvereinigung aus Solisten der NDR Radiophilharmonie, die u.a. mit Dominique Horwitz und Herbert Feuerstein auftritt.
Die Förderung des musikalischen Nachwuchses liegt der Künstlerin ebenso am Herzen: ihre Lehr- und Dozententätigkeit führte sie zum Bundesjugendorchester, zur Japanischen Kammermusik- und Orchesterakademie Toyama, zur Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musikfestivals, zur Villa Musica Mainz und zur Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Wen-Sinn Yang

Wen-Sinn Yang zählt zu den vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten als Kammermusiker und Solist im Cellofach.

"Technisch auf allerhöchstem Niveau spielt er mit wunderbarem, großem Ton und einwandfreier Intonation. Seine Phrasierungen sind einfühlsam, und er erfasst in ausserordentlicher Weise die philosophische Dimension der Werke, die er spielt", äusserte sich kein Geringerer als Lorin Maazel über ihn.

Seit dem Gewinn des Ersten Preises beim Internationalen Musikwettbewerb in Genf 1991 ist Wen-Sinn Yang ein gern gesehener Gast auf den bedeutenden Konzertpodien und Musikfestivals in Europa und Asien. Als Solist bei Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, NHK Tokio, Shanghai Symphony Orchestra, Radio Suisse Romande, St. Pauls Chamber Orchestra musizierte er mit Dirigenten wie Sir Colin Davis, Lorin Maazel und Mariss Jansons.

Sein äusserst breit gefächertes Repertoire ist auf über 20 CD-Einspielungen dokumentiert. Neben dem Standardrepertoire wie den Konzerten von Boccherini, Haydn und Dvorak hat Yang als Anwalt für wenig bekannte, hochvirtuose Cellomusik auch Werke von François Servais, Carl Davidoff, Alfredo Piatti und Julius Klengel in Ersteinspielungen aufgenommen. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Fernsehen sind die 6 Solo Suiten von J.S. Bach als DVD bei Arthaus Musik erschienen.

Der in Bern geborene Musiker taiwanesischer Abstammung studierte bei Claude Starck (Zürich) und bei Wolfgang Boettcher (Berlin). Im Anschluss an sein Engagement als Erster Solocellist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, mit dem er vielfach solistisch auftrat, wurde er 2005 als Professor an die Hochschule für Musik und Theater München berufen.

Volker Jacobsen

In Hannover geboren und aufgewachsen entschied sich Volker Jacobsen bereits als Siebenjähriger nicht den Umweg über die Geige zu nehmen sondern gleich auf der Bratsche zu beginnen, auch wenn es sich anfangs um eine mit Bratschensaiten bespannte Geige handelte.
Er bekam in Hannover Unterricht bei Christian Pohl bis er sein Studium an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Barbara Westphal aufnahm, das er dort auch mit dem Konzertexamen abschloss. Durch seine frühe, intensive Beschäftigung mit Kammermusik war für ihn die Arbeit mit Walter Levin, den Mitgliedern des Emerson String Quartet, Juilliard Quartet und dem Alban Berg Quartett prägend, insbesondere der während zweier Studienjahre in Wien vertiefte kollegiale und freundschaftliche Kontakt zum 2005 verstorbenen Bratschisten Thomas Kakuska.
1989 gründete Volker Jacobsen mit drei Kollegen das Artemis Quartett. Mit anfangs studentischem Elan widmete man sich dem Streichquartettrepertoire, um parallel zum Studium möglichst viel an dieser Gattung zu lernen. Nach wichtigen ersten Preisen bei internationalen Wettbewerben (ARD-Wettbewerb in München, Premio Paolo Borciani in Reggio Emilia) entwickelte sich eine in der Kammermusikwelt herausragende Karriere. Als regelmäßiger Gast konzertierte Volker Jacobsen mit dem Ensemble in allen bedeutenden Musikzentren und Festivals Europas, Nord- und Südamerikas, Japans und Australiens. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen entstanden zunächst beim Label Ars Musici und später exklusiv für Virgin/EMI. Vielfach wurde diese Arbeit gewürdigt, z.B. durch Schallplattenpreise wie dem ECHO oder der Ehrenmitgliedschaft im Verein Beethovenhaus Bonn, und es entstanden zwei Filme des berühmten Regisseurs Bruno Monsaingeon.
Trotzdem blieb bei dieser intensiven Karriere Zeit um über den Tellerrand zu schauen, z.B. 1999 während eines Aufenthaltes als Fellow am Berliner Wissenschaftskolleg zum Austausch mit Wissenschaftlern und Forschern anderer Gebiete.
2007 entschied Volker Jacobsen auf dem Höhepunkt dieser Quartettkarriere sich beruflich neu zu orientieren. Anlässlich seines Ausscheidens aus dem Quartett kommentierte rückblickend die FAZ: „Die Artemisianer sind heute, auch im internationalen Vergleich, unter den sehr guten die besten.“
Schon als Ensemblemitglied hatte die pädagogische Arbeit einen besonderen Stellenwert für Volker Jacobsen: Er war Professor an der Universität der Künste in Berlin und „Master-in-Residence“ an der Chapelle musicale Reine Elisabeth in Brüssel.
Seit 2007 bekleidet er ein Professur für Bratsche an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Er ist gleichermaßen gefragt als Lehrer auf internationalen Meisterkursen wie als Kammermusiker mit Partnern wie Renaud und Gaultier Capucon, Leif Ove Andsnes und Juliane Banse. Duo- und Sonatenrepertoire spielt er regelmäßig mit dem Pianisten Matthias Kirschnereit, der auch Partner für ihn und seine Frau, die Klarinettistin Nicola Jürgensen, in Trio-Konzerten ist.
Aus der Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten der jüngeren Generation wie Jörg Widmann, Brett Dean, Mauricio Sotelo und Thomas Larcher entstand auch Volker Jacobsens besonderes Interesse an der Entstehung und Aufführung von Neuer Musik.